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(49) HAL 2006
Die Probleme fingen an, als Polizeianwärter Kowalke an der Festzeitung für POM Schröders Hochzeitsjubiläum arbeiten wollte. "Ist es die silberne Hochzeit oder die goldene", wollte er wissen, während der Computer hochfuhr.
Wachtmeister Drombusch dachte darüber nach, wie Dieter und Irma Schröder lebten. "Ich glaube, es ist die bleierne Hochzeit", antwortete er, aber der eifrige Kowalke bekam keine Gelegenheit, die Information in den Computer zu tippen. Ein graues Fenster ploppte auf: Fehler in Rundl DLL 32.exe. Man musste studiert haben, um das zu übersetzen.
"Verdammt!" kam es aus dem Büro des Revierleiters. "Was heißt Invalid Run in 830900001XT?" Drombusch zuckte mit den Schultern. "Wir wurden nicht dafür ausgebildet, diese Frage zu beantworten."
Der Chef überlegte nur kurz. "Mmh, dann müssen wir die Sache wohl erst mal so weiterlaufen lassen."
Im Laufe des Tages wurde die Situation immer prekärer. Als Drombusch das Vorstrafenregister des Kaffeekassenknackers Schlieder aufrief, erschien ein weißes Blatt auf dem Monitor. Der Revierleiter verlor beim Solitär siebenmal hintereinander gegen den Rechner, und Polizeianwärter Kowalke, der seit Wochen versuchte, den Kennedy-Mord mithilfe des Internets aufzuklären, landete plötzlich in der Excel-Datei für das Stuben- und Revierreinigen. In jeder Spalte stand POM Schröders Name. Das war schön, konnte aber nicht sein, weil der Revier-Oldie ein Attest hatte. Normalerweise stand in dem Plan überall Kowalkes Name.
Damit war klar: Hier war etwas faul. Fauler als faul. Oberfaul. Sogar fauler als POM Dieter Schröder.
Drombusch rief im Systemhaus an. "Drückt mal F1", sagte der Techniker. "Dann kriegt ihr Hilfe."
Drombusch tat es, aber der Computer verriet weder, was Schlieder als nächstes plante, noch wer Kennedy erschossen hatte. Alles was er preisgab war: Runtime XXL on Timeout T-Error. Daneben standen einige Zeichen, die wie ein Totenkopf, ein Boxhandschuh und eine verfassungsfeindliche Rune aussahen. "Oh", meinte der Techniker, "da muss ich selber vorbeikommen."
Bis er eintraf, hatte der Computer die Phantomzeichnungen aus der Fahndungsdatenbank in Drombuschs Blitzfotos integriert und alle polizeibekannten Notzuchtverbrecher auf die Gehaltsliste des Reviers gesetzt.
"Schnell", rief der Techniker, "F6!"
"Auf gar keinen Fall", grollte Drombusch. "Dies ist ein Nichtraucher-Revier!"
Aber es war ohnehin zu spät. Der Computer begann, den Speiseplan und den Verkehrsüberwachungsplan durcheinander zu würfeln. Übermorgen gab es angeblich geschmorte Radarfalle an Formblattspinat mit einer Beilage aus Knoblauchknöllchen und einem kräftigen Zug aus dem Alcomaten zur besseren Verdauung.
"Das ist unheimlich", flüsterte Kowalke. "Wie in diesem Film mit dem Raumschiff, wo der Computer die Kontrolle übernimmt und am Ende alle tot sind."
Drombusch zog die Dienstpistole. Eher würde es Leiterplatten regnen, als dass er die Kontrolle abgab.
Der Techniker hielt ihn zurück. "Dieser Film", wandte er sich an Kowalke. "Meintest du 2001 - Odyssee im Weltraum?"
Der Jungpolizist nickte. "Es gab auch eine Fortsetzung. 2010 - das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen. "
"Na, soweit muss es nicht kommen", erklärte der Techniker. Wie lange habt ihr eure Computer jetzt? Dreieinhalb Jahre?"
Die Beamten nickten.
"Alles klar, Leute, dann haben wir jetzt 2006 - das Jahr, in dem wir Windows neu installieren müssen. "
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