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Die Geburt eines Wachtmeisters
Das Revier Tief-Ost ist aus einer
Zeitungsmeldung entstanden, genauer gesagt aus zwei unterschiedlichen
Interpretationen ein und derselben Meldung.
Die Nachricht lautete: Die sächsische Polizei hat ihr Computerprogramm
IVO (das steht für Integrierte Vorgangsbearbeitung) endlich
flächendeckend eingeführt.
Im November 2002 stand darüber in der Freien Presse zu lesen: Alles
paletti, alles top, klappt prima, die Beamten sind hochzufrieden.
In der Chemnitzer Morgenpost wurde die Nachricht so verarbeitet: IVO,
also das ist alles Gülle; die Computer stürzen nur noch ab, die Arbeit
dauert länger als jemals zuvor, und die Beamten sind stinksauer.
Mmh. Was denn nun?
Und dann malte ich mir aus: Was würde passieren, wenn das
Computersystem IVO auch im allerletzten sächsischen Polizeirevier, das
tief im Osten liegt, installiert wird? Dieses Thema wollte ich als
Glosse für die Rubrik Netzgeflüster auf der Seite Internet &
Computer der Freien Presse verarbeiten. Und ich hatte Lust, das Ganze
als eine Kurzgeschichte zu schreiben.
Herausgekommen ist Drombusch ermittelt. Das sollte eine einmalige Sache
sein, keine Serie.
Doch dann kamen überraschend viele positive Reaktionen auf diese
Geschichte. Das darf man sich nicht so vorstellen, dass plötzlich
hunderte Groupies ein Kind von einem wollen. Aber wenn wildfremde Leser
die E-Mail-Adresse des Autors herausfinden, um ihn zu schreiben, dass
sie sich köstlich amüsiert haben, ist das auch eine Menge wert.
Ich hatte ohnehin noch einige Gags im Block, die ich aus Platzgründen
nicht unterbringen konnte. Die habe ich für die Fortsetzung Der Mann im
Raster verwendet. Auch auf diese Geschichte bekam ich wieder gute
Reaktionen, also schrieb ich einen dritten Teil, und einen vierten...
Mittlerweile hatte die Reihe ein Eigenleben entwickelt. Mit den Figuren
ließ sich ja auch einiges anstellen: Der gnadenlose Wachtmeister
Drombusch, der depperte Kowalke, der faule POM Schröder, der oft
abwesende Revierleiter, der Kaffeekassenknacker Schlieder, Wjatscheslaw
Dolonski, der polnische Brieftaschenschlitzer und und und... Jetzt
erscheint monatlich eine Drombusch-Geschichte.
Ein Ende ist noch nicht in Sicht, obwohl die Stories in der Freien
Presse einer Beschränkung unterliegen: Da die Geschichten auf der
Computerseite erscheinen, müssen sich die Abenteuer der
Chaos-Polizisten immer irgendwie ums Internet, um Computer, um Handys
etc. drehen.
Im Roman Die Männer vom Revier Tief-Ost kommen Computer aber nur ganz
am Rande vor. Eine Gelegenheit, die ich auskosten wollte...
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