REVIER TIEF-OST

Der Zeichner

Ralf Alex Fichtner wurde am 31. Mai 1952 in Aue geboren, zehn Monate vor dem Tod Stalins, mit dem Fichtner vermutlich nichts zu tun hatte. Er (Fichtner) lebt heute in Schwarzenberg im Erzgebirge.

Nach dem Abitur begann Ralf Alex dreimal ein Studium und brach es dreimal wieder ab. In der DDR wurde er lange Zeit negiert, ganz so, als sei er doch in den Tod Stalins verwickelt gewesen. Deshalb brauchte er bis 1980, um seinen Durchbruch beim Eulenspiegel zu schaffen, der bekannten Satirezeitschrift der DDR. Seit dieser Zeit sorgt sein Kürzel RAF für diverse Spekulationen bei Fans und Sicherheitsorganen. Das "Lexikon der Karikaturisten, Presse- und Comic-Zeichner der DDR" (1998) nennt Fichtner einen "exemplarischen Vertreter des schwarzen Humors der DDR".

Seit 1988 arbeitet Ralf Alex Fichtner freiberuflich. Inzwischen kann er auf rund 30 Personalausstellungen zurückblicken. Zweimal war er Preisträger beim Satiricum in Greiz (1980 und 1990), gewann 1995 den ersten Preis bei einem Wettbewerb der Herkuleskeule Dresden und im Jahr 2000 den Hauptpreis bei einem internationalen Cartoonwettbewerb des Goethe-Instituts zur Expo 2000 in Hannover (3000 Teilnehmer aus 80 Ländern).

2002 erhielt er in Kyoto den Spezialpreis der Ausstellung Remembering 9/11. Seine preisgekrönte Karikatur zeigt einen Wolkenkratzer, der einem heranbrausenden Flugzeug ausweicht. Verdächtiges Detail am Rande: Fichtner hat vorher zwei andere Varianten dieses Bildes gezeichnet, in denen die Türme fallen. Diese Zeichnungen entstanden vor dem 9.11.2001! Was wusste er?

Fichtners erste Buchillustration war Planet der weißen Nächte von Jewgeni Guljakowski in der Reihe Spannend erzählt des DDR-Verlags Neues Leben Berlin.

Mit Sowjets und Verschwörungen kannte sich Ralf also aus. Das machte ihn natürlich zur ersten Wahl als Illustrator für Die Männer vom Revier Tief-Ost.